#Hope

Es war einer dieser Sonntag Abende, es hatte den ganzen Tag geregnet, es war kalt und tatsächlich hatte ich keinen Fuß vor die Tür gesetzt, aber super viel gearbeitet.


Zeit meine Freundin Elke in Ladenburg anzurufen, mal hören wie es ihr geht & um über die Welt zu philosophieren, wie wir das so oft gemeinsam tun.


Sie erzählt mir eine Geschichte von Jane Goodall, und ich höre gespannt zu:


Es geh um Hoffnung sagt sie. Jane Goodall hat in Afrika ein Kinderprojekt ins Leben gerufen, genauer gesagt im Kongo.

Da sie das Programm nicht vorgeben will, fragt sie die Kinder was sie gerne machen wollen.

Und sofort ist eine Idee geboren- die Kinder wollen Bäume pflanzen - auf einer nahe gelegenen Anhöhe. Jane Goodall setzt sich mit dem RegionalChef der Region in Verbindung, bekommt eine Genehmigung und 4 bewaffnete Soldaten an die Seite, denn es ist wohl zu gefährlich in diesem Gebiet alleine unterwegs zu sein. So machen sie sich auf den Weg, die Kinder und die Soldaten und die Bäume. Der Weg ist weiter und steiler als gedacht und am Ziel angekommen ist die Erschöpfung groß. Dann geht es jedoch erst richtig los- es muss gegraben werden. Die Kinder machen sich an Werk, jedoch ist der Boden so hart, dass sich fast Entmutigung ausbreitet. Einer der Soldaten bemerkt ein kleines Mädchen, dass bereits am Ende der Kräfte ist, jedoch trotzdem unermüdlich immer wieder versucht den Spaten in die trockene Erde zu rammen. Und er legt sein Gewähr nieder und beginnt zu helfen. Nicht lange danach tun seine Kollegen es ihm gleich und sehr schnell sind die Löcher für die Bäume gegraben, die Bäumchen gepflanzt und die Kinder sind überglücklich...

Mich berührt diese Geschichte und wieder einmal wird mir dadurch klar, was Kinder wirklich bewegen können.

Wir tauschen uns noch ein bisschen aus, und plötzlich denke ich an Bruch-Stück- Ich sage zu Ihr: Weißt Du, Projekte mit und für Kinder in der Natur, da fällt mir was ganz Tolles ein, was wir hier direkt vor unserer Haustür haben.... und ich fange an ein bisschen zu erzählen, dass Nina und Christian Haag seit einem dreiviertel Jahr hier um die Ecke in Wawern ein ganz besonders Projekt aufbauen. Und ich bin noch nicht fertig, da bekomme ich diese Textnachricht: https://www.bruch-stueck.com/ – Schöne Grüße Christian –

– Bei sowas bekomme ich ja Gänsehaut –

Und ruckzuck war ein Termin vereinbart, um die beiden einmal zu besuchen...


Ein langes Vorwort, aber ich finde, es ist der Worte wert.

Und so habe ich mich heute auf den Weg nach Wawern gemacht:


Samstag morgen kurz nach zehn – tatsächlich scheint die Sonne, auch wenn es noch ein bisschen kalt ist.

Begrüßt werde ich direkt sehr lautstark von den drei Schafen, die direkt neben dem Eingang auf der Wiese zu Hause sind.

Mein Blick schweift über das Grundstück und ich atme tief durch. So schön ist es hier und es herrscht reges Treiben.


Die Kinder von Nina und Christian spielen draußen in der Sonne und eine Wiese weiter wird richtig gearbeitet. Ich lerne später, dass die Wiese regelmäßig von den Pferdeäpfeln befreit wird, die wiederum auf guten Absatz in den Gärten der Umgebung stoßen. Pferdeäpfel, ja es gibt 4 Islandpferde, die auch eine besondere Rolle im Konzept von Nina und Christian spielen.

Aber dazu später mehr.

Wir begrüßen uns, trinken draußen an einem großen Tisch in der Sonne einen Kaffee und ich merke sofort wieviel Herzblut Nina und Christian hier hineingesteckt haben. Ich fühle mich sofort sehr wohl.



Dann lerne ich Friederike kennen, die ebenfalls in Wawern lebt, Erzieherin und Natur- und Wildnispädagogin ist, und perfekt ins Team passt.


So wie meine Idee einen Artikel über Bruch-Stück zu schreiben sich aus vielen interessanten Begebenheiten entwickelte, so ist auch die Geschichte von Bruch Stück voller glücklicher Fügungen. Nachdem die Idee für das Projekt geboren wurde, fand sich das Grundstück und alles ging sehr schnell.

Zudem gab es dort bereits das alte Imkerhäuschen mit wunderschönen alten Bienenstöcken, die Nina und Christian übernehmen konnten & so entsteht nun sehr liebevoll der Honig –


GOLD STÜCK –

Ganz im Einklang mit dem Leben der Bienen, das so faszinierend ist, dass man darüber tatsächlich einen eigenen Artikel schreiben könnte. Ich habe da auch schon so eine Idee...

Das Grundstück liegt am Rande des ca. 50 ha großen Naturschutzgebietes Wawerner Bruch. Vor Urzeiten erstreckte sich hier einmal ein Arm der Saar. Heute ist das Gebiet ein Wasserreservoir, das die Wasserversorgung der umliegenden Ortschaften sichert – erzählen mir die beiden. Daher auch der Name Bruch-Stück.

Auf dem Gelände gibt es Koppeln, einen Reitplatz und sogar eine große Obstwiese mit Apfelbäumen. Und durch das Wissen und die Fähigkeiten einiger Dorfbewohner wurde letztes Jahr sogar Apfelsaft und Vietz hergestellt, nachdem es ein großes Apfelerntefest für alle gab. Nina erzählt, dass sich sehr viele Menschen aus dem Ort einbringen und sich riesig freuen mit anpacken zu können.


Aber was genau machen die drei jetzt?

Es geht um Kinder, die Liebe zur Natur, um die Verbindung zu Tieren, Verantwortung , Nachhaltigkeit, Bienen und Honig und darum, wie wir alles wieder mehr in unsere Leben integrieren können...